(griech.) Wissenschaft, die sich mit der
Entwicklung
des Menschen beschäftigt, besonders unter dem Aspekt der Wechselbeziehung
zwischen Persönlichkeit, Gesellschaft und Kultur.
Lehre von der
Entstehung des Menschen, der Menschheit. Die moderne Anthropologie
spricht heute nicht mehr davon, daß der Mensch vom "Affen" abstammt;
vielmehr weiß man ungefähr, daß sich in der
Evolution,
der Entwicklung des Lebens bis hin zu uns, vor sehr langer Zeit aus Säugetieren
"menschenähnliche" Wesen herausgebildet haben. Vermutlich waren
sie erst Kleinaffen ähnlich (vor über 60 Millionen Jahren), dann den uns bekannten
"Menschenaffen", besonders dem Schimpansen und einigen kleineren,
heute noch existierenden Arten vergleichbar. Das menschenähnliche Fluchttier
lernte durch
Erfahrung
(Lernvermögen), Verfolger mit Steinwürfen und dann Verteidigungswerkzeugen
"auf
Distanz"
zu halten. Da dies Tier so gesellig gedacht werden muß wie Affen noch heute
sind, konnte es sich dann in kleinen Horden seiner feindlichen
Umwelt
erwehren und brauchte sich nicht weiter zu spezialisieren (keine gewaltigen
Zähne und Greifarme wie der Gorilla zu entwickeln). In der
Insulation
(Inselbildung) der Herde (
Gruppe)
konnte der Nachwuchs langsam aufwachsen. Im engen Beisammensein und im gegenseitigen
Schutz entwickelte sich der Geist der "Menschanfänger"; ihr leistungsfähig
angelegtes Gehirn begann komplizierter zu arbeiten. Die im Kehlkopfbau angelegte
Sprachmöglichkeit (
Sprache)
entwickelte sich so, daß entfernt liegende Gegenstände angesprochen (
Symbol)
und mit "Bedeutung" versehen werden konnten. So konnte langsam
Kultur
entstehen (
Hochkultur,
Gesellschaft).
Autopoiese
http://beat.doebe.li/bibliothek/w_a.html
von Fritjof Capra im Buch Lebensnetz (1996) im Text
Modelle der Selbstorganisation
von Humberto R. Maturana im
Buch Was ist erkennen
? (1994) im Text Elemente
des Erkennens
Begriff der
Systemtheorie:
Etwas, das sich "selbst herstellt", also ähnlich der
Autogenese.
Autopoietisch (Autopoiesis) meint in der
Soziologie
nicht nur Vorgänge zur Entstehung von Leben überhaupt und die Entstehung eines
sozialen Systems, wie einer
Organisation,
sondern die Tatsache, daß Menschen und soziale Systeme, Organisationen, Betriebe
sich beobachten, auf ihr eigenes Verhalten reagieren und sich insofern "selbst
machen" (Selbstkonstruktion; Eigengesetzlichkeit; entsprechend innerer
Funktionsbedingungen), was natürlich auch zum Scheitern führen kann.Gegenteil:
Beobachter
http://beat.doebe.li/bibliothek/w_a.html
von Humberto R. Maturana im
Buch Was ist erkennen
? (1994) im Text Elemente
des Erkennens auf Seite 39
von Humberto R. Maturana im
Buch Die Gewissheit
der Ungewissheit im Text Das
Erkennen des Erkennens verpflichtet (2001) auf Seite 74
von Rupert Riedl im Buch Strukturen der Komplexität
(2000) im Text Welt
und Erkenntnis als Problem auf Seite 40
von Michael
Gleich im Buch Web of
Life (2002) im Text Die
zehn Gesetze der Netze auf Seite 80
http://www.socioweb.de/seminar/einfuehrung/verstehen/#:
...nicht mehr
aus der Summe der Teile ableit- und erklärbare neue Eigenschaft. Diese ist
dann emergent. Diese Erscheinung tritt sowohl in der Physik als auch im Leben
und in der
Gesellschaft auf. So könnte man die "
Wende"
(die Auflösung der
DDR) 1989 als unvorhersehbares und somit emergentes Ereignis
betrachten.
http://www.lrz-muenchen.de/~wlm/ein_voll.htm
Ethnographie bezeichnet
einen vor allem innerhalb der Ethnologie, aber auch in der Soziologie existierenden
Forschungsansatz, der unter Rückgriff insbesondere auf die Methode der teilnehmenden
Beobachtung und der Befragung darauf zielt,
die materiellen und symbolisch-semantischen Weltbezüge fremder Kulturen bzw.
gesellschaftlicher Teilkulturen zu rekonstruieren. Ihre Ursprünge hat die
Ethnographie in der ethnologischen und kulturanthropologischen Erforschung
von kleineren Stammeskulturen. Das Vorgehen hat der Ethnologe Clifford Geertz
einmal so beschrieben: "Wir reden mit dem Bauern auf dem Reisfeld oder
mit der Frau auf dem Markt, weitgehend ohne strukturierten Fragenkatalog und
nach einer Methode, bei der eins zum anderen und alles zu allem führt; wir
tun dies in der Sprache der Einheimischen, über eine längere Zeitspanne hinweg,
und beobachten dabei fortwährend aus nächster Nähe ihr Verhalten" (Geertz 1985: 38). Schon
in der Ethnologie richtet sich das Forschungsinteresse nicht nur auf exotische,
mehr oder weniger fremde Stämme. Als Völkerkunde oder europäische Ethnologie
untersucht sie vielmehr auch Teilkulturen innerhalb der modernen Gesellschaft
selbst: Dörfer, Grenzregionen, Betriebe usw.. Innerhalb der Soziologie können
ethnographische Traditionen bis in die Arbeiten der -> Chicago School zurückverfolgt
werden. Gegenwärtig finden sich ethnographische Ansätze in der Soziologie
als "lebensweltliche Ethnographie" (Honer 1993) gesellschaftlicher
Teilkulturen, z.B. besonderer Milieus oder Gruppen (etwa Punks, Skinheads,
Adel), sozialer Praktiken (z.B. Kaffeefahrten, Sado-Masochismus, Heimwerken)
oder Organisationen (bspw. Betriebskulturen).
In den USA wurden außerdem
Ideen einer kritischen E. entwickelt, welche den tendenziell statischen
und damit manchmal auch 'konservativen' Charakter der etablierten E. überwinden
und Fragen von Politik und Macht explizit in die ethnographische Analyse einbauen
will (Thomas 1993).
Im angelsächsischen Sprachraum
wird der Begriff E. (in seinen englischen Äquivalenten natürlich) manchmal
auch gleichbedeutend mit "qualitativer Forschung"
verwendet.
Anwendungsbeispiele:
"... Forschungsansatz, der die grundlegenden formalen Methoden (Basisregeln)
aufzudecken versucht, die die Gesellschaftsmitglieder bei ihren alltäglichen
Handlungen anwenden, um Ereignisse und Handlungen zu interpretieren, d.h.
ihnen Sinn zu verleihen. In der Sichtweise der Ethnomethodologie gibt es keine
'objektive Wirklichkeit' außerhalb der der Handlungen der Gesellschaftsmitglieder.
(...)
Während die Sozialphänomenologie in der Tradition von A.
Schütz darum
bemüht ist, die Strukturen des unter den Gesellschaftsmitgliedern geteilten
Wissens zu beschreiben, zu analysieren und zu klassifizieren (was wissen die
sozialen Akteure?), befaßt sich die Ethnomethodologie mit den hierbei eingesetzten
Methoden der Gesellschaftsmitglieder (wie wissen die Akteure, was sie wissen,
und wie verwenden sie das, was sie wissen?). Die Gesellschaftsmitglieder wissen
zwar, wie man eine soziale Situation erkennt und identifiziert (typisiert)
- sie verfügen also über ein praktisches Wissen -, aber sie haben kein explizites
Bewußtsein davon, wie dieser Typisierungsprozeß ausgeführt wird. Dies ist
Untersuchungsgegenstand der Ethnomethodologie. Aus der Beobachtung und Beschreibung
spezifischer Ereignisse und Handlungsvollzüge sollen die formalen Strukturen
von Alltagshandlungen identifiziert werden."
(Peuckert, R. Stichwort "Soziologische Theorien.
In: Schäfers, B. (Hrsg.). Grundbegriffe der Soziologie. 4. verb. u. erw. Aufl.
Opladen: Leske + Budrich, 1995, 332).
»Ich habe versucht, meine Ideen vorzutragen,
aber nicht unbedingt als Konstruktivist... Sobald ein solches Schlagwort auftaucht,
weiß jeder, wovon geredet wird. Man braucht also nicht mehr zuzuhören, weil
jeder schon weiß, das ist ein Konstruktivist.«
Heinz v. Foerster 
Heinz von Foerster
Eine
Legende
10.
April 1997
Es
war kein Freitag, dieser 13. November 1911, wo Heinz von Foerster in Wien
geboren wurde. (Dass es ein Freitag gewesen sei, ist nur eine dumme Luege,
die von gewissen Spaassvoegeln verbreitet wurde. Trotzdem hatte Heinz genausoviel
Glueck, wie wenn er an einem Fr. 13. geboren waere.) Und durch eine Einladung
des "Institut Wiener Kreis" wurde es moeglich, dass er 1996 seinen
85. Gebutstag auch in Wien feiern konnte: Heinz von Foerster, Pionier der
Kybernetik und System-Theorie, Mitarbeiter von Warren McCulloch am MIT, ect,
etc.
Aus
diesem gegebenen Anlass bekam Heinz das Ehrenkreuz fuer Wissenschaft und Kunst
vom Bundesministerium fuer Wissenschaft, Verkehr und Kunst (das einen hohen
Orden der Republik Oesterreich darstellt,) eine Honorarprofessur der Grund-
und Integrativ-wissenschaftlichen Fakultaet der Universitaet Wien, und er
wurde auch vorgeschlagen fuer das grosse goldene Ehrenkreuz der Stadt Wien,
welches ihm aber nicht verliehen werden konnte, da die Wiener Stadtregierung
wieder einmal (diesmal wegen der Nachwahlzeit) nicht beschlussfaehig war.
Man
kann aus diesen Ehrungen also leicht ersehen, dass sich die Situation in Oesterreich
stark gebessert hat: Waehrend Sigmund Freud, Ludwig Wittgenstein und Kurt
Goedel erst nach ihrem Tod von den Oesterreichern (und besonders den Wienern)
entdeckt wurden, beginnt Wien heute seine grossen Soehne nun doch schon zu
Lebzeiten zu ehren (zumindest dann wenn sie ein honoriges Alter erreichen).
Das gestoerte Verhaeltnis der Oesterreicher zu ihrer eigenen kulturellen Identitaet
beginnt sich also langsam zu entspannen .....
Heinz
von Foerster war nicht nur Kybernetiker und System-Wissenschaftler, sondern
auch Mathematiker und Logiker. Seine Ergebnisse sind auch relevant fuer die
Psychologie und Philosophie. In der Kybernetik hat er uns einen Weg aus der
Regelungstechnik zu einer Kybernetik zweiter Ordnung gewiesen, die in der
Soziologie von Niklas Luhmann aufgegriffen und ausgebaut wurde. In dieser
Einzelwissenschaft wird gegenüber verengten, mit Eindeutigkeit verbundenen
Kausalkonzepten die Entstehung von Neuem durch Konstruktion und Selbstorganisation
möglich.
Foersters
Anwendungen der Mathematik auf die von ihm bearbeiteten Gebiete der Wissenschaft
(Gedächtnistheorie, Selbstorgasination, Epistemologie, Kognition, Biophysik,
Automatentheorie, Computer-Musik, etc) erregten oft den Widerspruch der klassischen
Mathematiker, lieferten jedoch stets neue und interessante Interpretationen
des angewandten Faches. In der Logik arbeitete er an der Begründung von nicht-fundierten
Systemen, wo es auch Axiome gibt, die aus zirkulaeren Implikations-Ketten
(logischen Schlussfolgerungen) bestehen.
In
der Philosophie ist er einer der Mitbegruender des radikalen Konstruktivismus,
wonach die Realitaet (im Gegensatz zum Platonismus) nicht entdeckt, sondern
von uns Menschen konstruiert wird. Fuer die Mathematik ist das seit Plato
eine uralte zentrale Frage: Werden die mathematischen Objekte von den Mathematikern
entdeckt oder konstruiert? Da solche philosophischen Fragestellungen natürlich
das Interesse eines breiteren Publikums erregen (im Gegensatz zu den mathematischen
Problemen), stieg auch der Bekanntheitsgrad von Foerster mit der zunehmenden
Modernität des radikalen Konstruktivismus radikal an.
In
der Psychologie ist diese Fragestellung neu und besonders in Hinblick auf
den amerikanischen Behaviorismus brisant. Prof. Giselher Guttmann vom Institut
fuer Psychologie der Universitaet Wien betont, dass der Konstruktivismus fuer
die Psychologie von grosser Bedeutung ist, da insbesonders bei kranken Menschen
(z.B. bei Schizophrenen) die Wirklichkeit sehr oft eine blosse Konstruktion
ist.
Heinz
von Foerster war auch ein Pionier der Computer-Musik und wurde durch die Frage
angeregt, weshalb ein physikalisches System (z.B. eine Anordnung von Stimmgabeln)
zur Erkennung eines Tones wesentlich mehr Energie und Zeit braucht, als ein
biologisches System (z.B. das menschliche Ohr). Der von Foerster bereits 1968
eingeschlagene Lösungsweg war, den biologischen Erkennungsvorgang der Töne
am Computer nachzubilden, also zu simulieren. Dadurch ging er fruehzeitig
seinen eigenen und erfolgreichen Weg und wurde so einer der Pioniere der Computer-Musik.
(Sein Bruder Uzzi Foerster wirkte uebrigens jahrzehntelang in Wien als Jazz-Musiker;
es ist also wirklich eine Musik-begabte Familie.)
Wir
Informatiker sind heute den Umgang mit unseren Computern schon so gewoehnt,
dass wir bereits ganz auf das ideengeschichtliche Vorfeld der Informatik vergessen
haben. Die Computer sind nicht vom Himmel gefallen, wie das viele junge Hacker
heute defacto glauben. Es war ein langer und dornenvoller Weg von Gottfried
Wilhelm Leibniz ueber Kurt Goedel und Alain Turing zu Johann von Neumann und
dem ersten programm-gesteuerten Computer, von Norbert Wiener und dem Wiener
Kreis ueber Foerster und McCulloch zur Kybernetik, und von Rudolf Carnap ueber
Herbert Simon zur Artificial Intelligence. Und dieser Weg hat viele seiner
Wurzeln in Wien. Wir sollten uns daher endlich darueber im klaren werden,
dass Oesterreich kulturgeschichtlich zur Entwicklung des Computers einen wichtigen
Beitrag geleistet hat. Manche Appologeten der A.I. und Liebhaber der Computer
verherrlichen immer nur die USA (welche bei der technischen Ausarbeitung der
Konzepte zweifellos ihre Meriten hat). Aber die Konzepte zum Bau des Computers
selbst stammen aus Europa, und Oesterreich hat (trotz seiner Kleinheit) einen
wesentlichen Beitrag dazu geleistet! Dies scheinen viele Oesterreicher noch
nicht begriffen zu haben.
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Riegler
Es ist der wichtigste Teil des
Zentralnervensystems
und liegt - eingebettet in Gehirnwasser, das als elektromagnetisches Feld
wirkt - im Schädel geschützt gegen Druck und Stoß. Anatomisch wird das Gehirn
in Vorderhirn, Zwischenhirn und Hinterhirn
(Stammhirn und Kleinhirn) unterteilt. Die Großhirnrinde
(
Cortex)
ist beim Menschen hoch entwickelt.
Das Gehirn besteht aus zwei Hälften (
Hirnhemisphären),
die den Körper asymmetrisch steuern, die linke Hälfte die rechte Körperseite
und umgekehrt. Zudem ist die linke Gehirnhälfte für die Sprache, das logische
Denken und das Analysieren von Situationen zuständig. Die rechte Seite ist
gefühlsbetonter. Sie steuert musisches und künstlerisches Empfinden, Kreativität
sowie Bewegungen und räumliches Denken. Die besten Lernleistungen werden erzielt,
wenn beide Gehirnhälften gleichermaßen an der Verarbeitung von Information
beteiligt sind. Da in unserer Kultur die rechte Hemisphäre vernachlässigt
wird, sollte sie in der
Erwachsenenbildung
bewusst in das Lernen miteinbezogen werden. Kreative Tätigkeiten, Musik,
Meditation
und Entspannung haben unterstützende Wirkung. (
Hemisphärendominanz,
neuropsychologische
Grundlagen)
http://beat.doebe.li/bibliothek/w00537.html:
von Gerhard Roth im Buch Abschied vom Absoluten / Die
Gewissheit der Ungewissheit (2001) im Text Wir selbst sind Konstrukte
auf Seite 153
von Gerhard Roth in der Radioserie
Sternstunde Philosophie
30.12.2001 (2001)
Ernst von Glasersfeld, 
geb.
1917 als Österreicher in München, Studium der Mathematik in Zürich und Wien;
während des zweiten Weltkrieges Farmer in Irland. Ab 1947 Journalist in Italien,
1962-1970 Leiter eines Forschungsprojektes in maschineller Sprachanalyse;
1970-1987 Professor für kognitive Psychologie an der University of Georgia/USA;
Mitarbeiter am Scientific Reasoning Research Institute, University of Massachusetts/USA.
http://beat.doebe.li/bibliothek/p00019.html
Der
Cortex cerebri
wird durch eine tiefe Spalte in zwei Teile, die rechte und linke Großhirnhemisphäre
getrennt. Die beiden Hälften sind durch ein dickes Nervenbündel, den Balken,
funktionell miteinander verbunden. Sie werden in Stirnlappen (Lobus frontalis),
Scheitellappen (Lobus parietalis), Schläfenlappen (Lobus temporalis), Hinterhauptslappen
(Lobus occipitalis) unterteilt.
Anders als bei den meisten Tieren haben die beiden Hemisphären
bei den Menschen unterschiedliche Aufgaben. Die Entwicklung dieser funktionellen
Hemisphärenasymmetrie wird Lateralisation genannt.
Man spricht auch von Hemisphärendominanz. Dazu gehört
u.a. die Händigkeit (links- oder rechtshändig) oder die Ohrigkeit (Auralität).
Auch die Sprachleistungen werden einer Hirnhälfte zugeordnet. So gilt bei
ca. 95% der Bevölkerung die linke Hirnhälfte als die sprachdominante. Mit
der nicht-dominanten Seite nehmen wir dagegen bevorzugt Musik wahr. Die Hemisphärendominanz
entwickelt sich erst im Verlauf der ersten Lebensjahre. Sie ist also nicht
angeboren. Erst nach dem 14./15. Lebensjahr kann die nicht-dominante Seite
sprachliche Funktionen vermutlich nicht mehr erlernen.
Ob weitere Zuschreibungen der Aufgaben, wie etwa Informationen
in Abschnitte zerlegen (sequentiell), zeitlich strukturieren, logisch gliedern
als typisch für die linke Hemisphäre angesehen werden müssen und die simultane,
räumlich, ganzheitlich verknüpfte Verarbeitung typisch für die rechte Hemisphäre
ist, bleibt aber bei Hirnforschern umstritten.
Unter heilpädagogischen Gesichtspunkten kann jedoch
eine solche Gegenüberstellung als Strukturierungshilfe zur Gestaltung von
Lernsituationen benützt werden.
Logische, inhaltlich stark gegliederte und zeitlich
klar begrenzte und durch sprachliche Kommunikation gekennzeichnete Aufgaben
können sich z.B. mit bildlichen, musisch-räumlichen, ganzheitlichen und wenig
gegliederten Aufgaben abwechseln und ergänzen.
Literatur
Creutzfeldt, O.D.: Cortex cerebri. Berlin 1983.
Kolb, B. / Wishaw, I. Q.: Neuropsychologie. Heidelberg 1993.
Springer, S.P. / Deutsch, G.: Linkes rechtes Gehirn, Funktionelle Asymmetrien.
Heidelberg 1987.
aus
dem Buch Denken,
Lernen, Vergessen von Frederic
Vester
Linke Hälfte
|
Rechte Hälfte
|
Die
Grounded Theory wurde ursprünglich, wie der Name sagt, vor allem aus dem Impuls
formuliert, eine Annäherung von theoretischer und empirischer Forschung einzuleiten,
nach dem - wissenschaftstheoretisch gewiss naiven, forschungspragmatisch aber
durchaus fruchtbaren - Grundsatz, Theorien in enger Tuchfühlung mit "sozialer
Realität" zu erarbeiten. Sie wird heute vor allem mit dem Paradigma der
qualitativen Sozialforschung
verbunden; Glaser & Strauss 1967
gingen in ihrem grundlegenden Werk - m. E. zu Recht - davon aus, dass
sich "quantitative" Daten ebenso gut für die Erarbeitung einer G. T.
eignen können wie "qualitative". Grundanliegen der G. T. ist,
Theorien nicht abstrakt, sondern in möglichst intensiver Auseinandersetzung
mit einem konkreten Gegenstand zu entwickeln. Daher finden sich in Deutschland
auch manchmal die Bezeichnung "gegenstandsbezogene Theorie" oder
(besser) "empirisch begründete Theoriebildung". Allerdings ist keine
dieser Übersetzungen wirklich zufriedenstellend, so dass (auch aus diesem
Grund) in Deutschland vielfach die englische Bezeichnung verwendet wird.
Der
Ansatz der G.T. enthält keine Anweisungen zur Datenerhebung und in der ersten
Fassung nur sehr wenige zur Auswertung der Daten. Die wesentlichen Arbeitsschritte
sind:
·
Die Datenerhebung;
·
das Codieren,
d.h. die Bildung von Kategorien und die Zuordnung von Daten (Indikatoren)
zu diesen;
·
das Kontrastieren (constant comparison, "permanenter Vergleich")
von Fällen zum Zweck der Überprüfung der Reichweite der bislang entwickelten
Kategorien;
·
das Theoretical
Sampling, d. h. die Fallauswahl gemäß dem jeweiligen Stand der Datenauswertung
und der daraus entstandenen Ideen, Konzepte und Fragen, auch mit dem Ziel,
neue Vergleichsfälle zu generieren;
·
das Schreiben von Memos, d.h. das Festhalten
von Ideen, Notizen, Kommentaren, insbesondere zum jeweiligen Stand der Codierung
- anhand der Memos soll im Verlauf der Forschung letztlich die Theorie entwickelt
werden.
Anselm Strauss hat inzwischen
die Anweisungen zur Datenauswertung in Form eines (gewiss manchmal einengenden)
"Codier-Paradigmas"
etwas elaboriert (vgl. Strauss 1994; Strauss & Corbin 1996),
während sich Barney Glaser von diesem Versuch der "Kodifizierung der
Kodierung" stark distanziert hat (Glaser 1992).
http://www.socioweb.de/seminar/einfuehrung/verstehen/#
(lat.) Bezeichnung für die vollständige Übereinstimmung
von zwei Gegenständen, von Merkmalen oder Sachverhalten. Identität eines Menschen
wird im Sinne von »sich gleich bleiben, sich selbst treu bleiben« als notwendiges
Persönlichkeitsgerüst angesehen, dessen Verlust zu psychischer Labilität,
Orientierungslosigkeit und Angstzuständen führt (»sich verlieren«). Außer
von persönlicher wird auch von sozialer
Identität gesprochen, die als selbstverständlich empfundene Zugehörigkeit
zu einer gesellschaftlichen Gruppe und deren typischen Verhaltensweisen gilt.
Das Identitätskonzept ist allerdings nicht unumstritten, da der Mensch a priori
ein sich entwickelnder und wandelnder ist, der ohne ein gewisses Maß an
Anpassungsverhalten
nicht existieren kann.
http://beat.doebe.li/bibliothek/w00117.html
von Nicola Döring im Buch Sozialpsychologie des Internet
(1999) im Text Identitäten und Internet auf Seite 255
von Sherry Turkle im Buch Leben im Netz (1995) im
Text Aspekte des Selbst
auf Seite 289
Verständigung
innerhalb unterschiedlicher Kulturen. Durch zunehmende
Globalisierung
kommt ihr vermehrt Bedeutung zu. Erwachsenenbildungsangebote können Raum für
Begegnung, Kennenlernen und Austausch zwischen Menschen unterschiedlicher
Kulturen schaffen. Dies kann Vorurteile ab- und tolerantes Verhalten aufbauen.
(
pluralistische
Gesellschaft)
http://beat.doebe.li/bibliothek/w00220.html
von Volker Riegas im Buch Zur Biologie der Kognition
(1990) auf Seite 333
von Heinz von Foerster im Buch
Teil der Welt (2002)
im Text Dritter Akt:
Bedeutung auf Seite 346
von Humberto R. Maturana im
Buch Zur Biologie der
Kognition (1990) im Text Gespräch mit Humberto R. Maturana
auf Seite 22
von Heinz von Foerster im Buch
Wahrheit ist die Erfindung
eines Lügners (1998) im Text Die Gefahr des Etiketts
von Paul Watzlawick im Buch
Vom Schlechten des Guten
(1986) im Text Ist es
das? auf Seite 115
von Rolf Schulmeister im Buch
Grundlagen hypermedialer
Lernsysteme (1996) im Text Theorien des Lernens auf
Seite 67
von Christiane Floyd im Buch
Konstruktivismus und
Kognitionswissenschaft (1997) im Text Das Mögliche Ermöglichen
auf Seite 110
von Ernst von Glasersfeld im
Buch Radikaler Konstruktivismus
(1995) im Text Wie ich zum Konstruktivisten
heranwuchs auf Seite 22
von Paul Watzlawick im Buch
Die Gewissheit der Ungewissheit
(2001) im Text Wir können von der Wirklichkeit
nur wissen, was sie nicht ist auf Seite 222
von Ernst von Glasersfeld im Buch Wege des Wissens im Text Lehren und Lernen aus der Sicht eines Konstruktivisten
(1991) auf Seite 203
Konstruktivistische Didaktik
http://www.konstruktivistische-didaktik.de/nav.htm
als Hinwendung zu einer integrativen, subjektorientierten,
konstruktivistischen und gesellschaftskritischen Schulwirklichkeit in Lehrer-
Aus- Fort - und Weiterbildung
Unter dem Begriff " Konstruktivistische Didaktik
"verbirgt sich ein anderes Verständnis von Didaktik, als der bisherigen
an Hochschulen und Schulen gelehrten und geübten Didaktik.
Die Realität ist nicht von sich aus da, sondern wird
in einem kommunikativen, rückgekoppelten Prozeß immer wieder neu konstruiert,
sprich erfunden.
Diese Erkenntnis ( die wiederum nur eine erfundene ist
) hat für die didaktische Komponente des Unterrichtens, Planens und Durchführens
von Unterricht gravierende ,neu zu entwickelnde Möglichkeiten.
Schon das Höhlengleichnis beschreibt die Höhlenbewohner
als Gefangene der Schatten an der Wand. Sie sind unfähig, das eigentliche
Sein zu erkennen.
Im weiteren Verlauf der erkenntnistheoretischen Geschichte
wurde der Erkenntnis ein Repräsentationscharakter zugeschrieben, und somit
in den Zustand der Objektivität erhoben.
Erst der Konstruktivismus verlagerte diesen Erkenntnisprozeß
in einen wechselseitigen Prozeß zwischen Subjekt und Objekt und untermauerte
posthum die Thesen von Kant.
Der Radikale Konstruktivismus geht noch einen Schritt
weiter und stellt die Frage nach dem Erkenntnisprozeß in unserem Hirn auf
.
Er vermeidet den in der Kognitionspsychologie immer
wieder gebrauchten Begriff der " Repräsentation " und definiert
Erkennen als einen Prozeß, den das Subjekt über eigene, rückbezügliche Prozesse
selbst hergestellt hat.
Wenn wir also davon ausgehen, daß das Gehirn nur das
verarbeitet, was ihm die Sinnesorgane anbieten, und so mit Hilfe des Vorwissens
eine subjektive Wahrnehmung konstruiert wird, können wir auch den Lernprozeß
als einen vom Subjekt konstruierten Prozeß definieren, der unabhängig von
den Lernangeboten abläuft.
Auf Unterricht bezogen heißt dieses, daß jeder/jede
Schüler/ Schülerin strukturdeterminiert nur solche Lernprozesse durchläuft,
die er in seinem Hirn neu strukturiert und organisiert, wobei ein Lehrer wiederum
nur an einer Verhaltensänderung auf der Grundlage seiner subjektiven Lernstruktur
"erkennt" ob ein Schüler gelernt hat oder nicht.
Die Lernprozesse hängen von den Konstruktionen eines
Lehrers ab.
Ein Lernprozeß ist folglich abhängig von der Strukturdeterminiertheit
eines Subjektes und der Interaktion mit seiner Umwelt, wobei die Umwelt nur
in Form von Störungen auf das Subjekt einwirkt.
Dabei muß das Subjekt versuchen sich gegenüber einer
Störung viabel zu verhalten, oder es geht unter. Im ersten Fall sprechen wir
von einem erfolgreichen Lernprozeß, im zweiten Fall geht das Subjekt unter.
Lernen ist demnach kein Input – Output- Modell, sondern
ein aktiver, selbstorganisierender, rückkoppelnder Prozeß, der auf ein Überleben
des Subjektes abzielt.
Die Konstruktivistische Didaktik zielt daher auf eine
Störung, die das Subjekt aus dem Gleichgewicht bringt, und somit das Subjekt
veranlaßt, eine Veränderung des Zustandes zu erreichen.
Wissen wird über Handlungen erworben, also wird das
Projekt, an dem sich alle unterschiedlichen Subjekte mit ihren Strukturderminiertheiten
abarbeiten sie in einen Lernprozeß stürzen, der Störungen einhaltet, die nun
gemeinsam überwunden werden müssen, um gemeinsam zu überleben. Dabei ist das
Verbindende das Elementare eines Lerngegenstandes, einer Situation, einer
Handlung, und nicht die Vielfalt der Lernmethoden, wie z.B. Wochenplanarbeit,
Freiarbeit usw.
Ereignisse im Unterricht, die nicht als Perturbationen
wirken , führen auch nicht zu strukturellen Umwandlungen subjektiver Systeme,
und können somit auch keine Lernprozesse in Gang setzen.
Lehrer/Innen sind aber dazu ausgebildet, durch ihre
Handlungsanweisungen an Schüler für eine Stabilität in der Schule zu sorgen,
in dem sie vorhandenes Wissen bestätigen, z.B. durch Klassenarbeiten ,Test`s
usw., und somit verhindern, daß Schüler neugierig die Welt in Frage stellen.
Die Konstruktivistische Didaktik stellt folglich Lernen
vor Wissen, um so einen Lernprozeß zu initiieren.
eigentlich "Pflege" (
Agrikultur
ist die Pflege von Wiesen und Äckern, Tieren und Nutzpflanzen). Hier ist die
Gesamtheit der Lebensvorstellungen einer räumlich abgegrenzten
Gesellschaft
gemeint: ihre Wertvorstellungen, ihre Sitten und Bräuche (Normen), ihre Bauten
und Geräte (Technik). Da man heute auf der Erde noch über 1500 Sprachen zählt,
muß man mit einer mindestens ebenso großen Anzahl von Kulturen rechnen. Das
wird nur dadurch für uns verdeckt, daß die "abendländische", das
heißt die in Europa entstandene, individualistische, kapitalistisch-industrielle
Kultur sich über die ganze Erde ausgebreitet hat und
besonders in ihrer
Technologie
sehr ähnliche Züge aufweist. Die Unterschiede zwischen einzelnen Kulturen
können außerordentlich groß sein. Offenbar kam es den Menschen der Vorzeit
in erster
Linie
darauf an, ihren eigenen Weg zum Überleben zu finden. Da diese Menschengruppen
über lange Zeit isoliert lebten, schufen sie ihre eigenen Sprachen, ihre eigenen
Institutionen,
fanden ihren eigenen Glauben (
Religion).
Eigenarten einer Kultur (zum Beispiel die
Sprache,
aber auch das Gefühlsleben der Menschen in ihr) verändern sich deshalb so
langsam, weil
Werte,
Normen, Verhaltensweisen und Gefühlsreaktionen von den Erwachsenen auf die
Kinder übertragen werden. (Daher ist das
Über-Ich
eines Menschen auch stets "älter" als er selbst.) Will man also
eine
Gesellschaft,
die in Veränderung ist, zum Beispiel "sich modernisiert", richtig
einschätzen, muß man ihre - vergangene - Kultur studieren:
Kultur-Interessen haben sich in den letzten 40 Jahren
stark verändert.
In Deutschland wurde der Begriff "Kultur" lange Zeit für "höhere Lebensart" (gegenüber
"
Zivilisation")
gebraucht.
Hochkultur
Wissenschaft von der
Beziehung
des Menschen zur
Kultur;
aber auch die
Wissenschaft
von anderen, besonders schriftlosen Kulturen (früher sogenannten "primitiven
Kulturen").
Zusammenfassung für eine Forschungsrichtung, die vorwiegend
biologische, mathematische und technische, aber auch soziologische Vorgänge
vergleichend betrachtet. Erkenntnisse von einem Gebiet werden auf das andere
übertragen. Der Begriff leitet sich aus dem Griechischen ab und bedeutet eigentlich
"
Lehre
von der
Kunst
des Steuerns". Hauptarbeitsgebiet ist die Erforschung und Konstruktion
von sich selbst steuernden Mechanismen. Damit sind Einrichtungen (in Lebewesen
und Maschinen) gemeint, in denen ein "Sollwert" (Richtwert,
Norm)
so eingebaut ist, daß von ihm aus der Erfolg der Tätigkeit (der Aktion der
Maschine oder des Lebewesens oder auch eines Organs im Lebewesen), das heißt
der "Istwert", registriert werden kann. Sollwert und Istwert werden
verglichen. Die weiteren Aktionen werden selbsttätig so eingerichtet, daß
der Istwert sich dem Sollwert angleicht, das heißt Differenzen zwischen dem
angestrebten Zustand und dem (nur) erreichten "ausgesteuert" werden.
Ein kybernetisches Modell läßt sich auch auf die Psyche
des Menschen und auf Gruppen und Organisationen, sogar auf ganze Gesellschaften
übertragen. Im Menschen ist das
Gewissen
(oder
Über-Ich)
zum Beispiel ein Sollwert-Geber, der Abweichungen im eigenen (und fremden)
Verhalten registriert und darauf dringt, daß sie korrigiert werden. Gruppen
steuern ihr Verhalten ähnlich (gesetztes Ziel - Unzufriedenheit über eigene
Aktionen - Veränderung der Aktionen - Erreichen des Ziels - Zufriedenheit
aus Übereinstimmung von Ist- und Sollwert). Der
Theorie
nach sollte sich der kapitalistische
Markt
ursprünglich auch "kybernetisch" regeln und damit die ganze Wirtschaftsgesellschaft
steuern: Zu teure Angebote auf dem
Markt
sollten durch
Konkurrenz
unterboten werden; damit sollten die Preise "heruntergeregelt" werden,
bis sie an die
Grenze
der Produktionsmöglichkeiten und der Gewinnmotivation von Fabrikanten und
Händlern einerseits, Bereitschaft zur Entlohnung der
Arbeiter
andererseits stoßen würden. Durch höhere Profite würden die
Arbeiter
besser bezahlt werden können, das heißt aber auch: konsumkräftiger werden;
das hätte ein Anheben der Preise zur Folge, bis durch
Konkurrenz
eine "vernünftige" Rücksteuerung erfolgen würde. Dieses kapitalistische
Marktmodell hat bisher deshalb nicht für die ganze Welt funktioniert, weil
das dazu notwendige Gleichgewicht zwischen den Konkurrenten nicht erhalten
blieb, sondern Oligopole und dann Monopole entstanden.
Es gibt heute
kybernetische (theoretische) Aussagen für die Wirtschaft und Politik der ganzen
Welt. Rome,
Computer,
Krise
http://beat.doebe.li/bibliothek/w00023.html
von Gregory Bateson im Buch
Geist und Natur (1979)
von Heinz von Foerster im Buch
KybernEthik im Text
Ethik & Kybernetik
zweiter Ordnung (1990)
von Ernst von Glasersfeld im
Buch Radikaler Konstruktivismus
(1995) im Text Die Verbindungen zur Kybernetik
von Ernst von Glasersfeld im
Buch Radikaler Konstruktivismus
(1995) im Text Die Verbindungen
zur Kybernetik
von Ernst von Glasersfeld im
Buch Radikaler Konstruktivismus
(1995) im Text Die Verbindungen zur Kybernetik
von Ernst von Glasersfeld im
Buch Radikaler Konstruktivismus
(1995) im Text Die Verbindungen zur Kybernetik
von Ernst von Glasersfeld im
Buch Radikaler Konstruktivismus
(1995) im Text Die Verbindungen zur Kybernetik
von Ernst von Glasersfeld im
Buch Radikaler Konstruktivismus
(1995) im Text Die Verbindungen zur Kybernetik
von Ernst von Glasersfeld im
Buch Radikaler Konstruktivismus
(1995) im Text Die Verbindungen zur Kybernetik
von Frederic Vester im Buch
Die Kunst vernetzt zu denken
(1999) im Text Systemgerechtes
Planen und Handeln auf Seite 124
von Peter Gomez im Film 90 Jahre Heinz von Foerster
(2001)
(griech.) Nachahmende Darstellung der Natur durch bildende
Kunst, Literatur oder Musik. Geistig behinderte Menschen finden dafür häufig
eigene Formen und originelle Ausdrucksweisen.
Der Begriff verweist auf die Bedeutung von »zur Darstellung
bringen«, aber auch von »sich ähnlich machen« und wird dadurch für pädagogische
Prozesse relevant. Durch »mimetische Kompetenz« wird ein Zusammenspiel und
eine daraus hervorgehende Verständigung zwischen Menschen mit schwerer geistiger
Behinderung und den sie begleitenden pädagogischen Betreuern ermöglicht.
(lat.) Gesellschaft, die in ihrer Zusammensetzung durch
unterschiedliche Kulturen gekennzeichnet ist. Die Vielfalt der Sprachen, Bräuche,
Lebensformen und Wertsysteme kann als Bereicherung der eigenen Kultur aufgefasst
werden und zu Toleranz gegenüber andersartigem, fremdem Verhalten führen.
Sie kann aber auch als Bedrohung für die eigene Identität empfunden werden
und als Ursache für die Verschärfung sozialer Konflikte. Die Aufgabe von Erwachsenenbildung
besteht darin, Verständnis für das Unbekannte zu wecken und Voraussetzungen
für
soziale Kommunikation
und
Interaktion
zu schaffen.
Narratives
Interview
http://www.lrz-muenchen.de/~wlm/ein_voll.htm
Von
Fritz Schütze eingeführtes und begründetes Verfahren der Datenerhebung, in
welchem die oder der Befragte gebeten wird, einen bestimmten Ausschnitt aus
ihrem/seinem Leben oder auch das Leben in seiner Gesamtheit (in diesem Fall
spricht man von narrativ-biographischem Interview) möglichst spontan, also
(zunächst) ohne Rückfragen seitens der/des Interviewer/in/s, und umfassend
zu erzählen. Ausgangspunkt ist daher ein entsprechender erzählungsgenerierender
Stimulus, der eine Stegreiferzählung der oder des Befragten hervorruft;
es soll jedenfalls im Rahmen dieser ersten Erzählung eher vermieden werden,
dass die/der Befragte das Erzählte z. B. begründet, aus einer "theoretischen"
Perspektive kommentiert oder umfassend bewertet.
Im
einzelnen verläuft das N. I. im Regelfall folgendermaßen:
1. Am Anfang steht die Erzählaufforderung,
die die/den Befragte/n zur
2. Haupterzählung veranlasst. Während dieser
Haupterzählung soll die/der Befragte durch keinerlei (Nach-)Fragen unterbrochen
oder gelenkt werden, die Erzählung wird vielmehr (nach Schütze) durch drei
Erzählzwänge gesteuert:
o
den Gestaltschließungszwang (nicht: Gestalterschließungszwang,
wie bei Flick 1995, S. 118 zu lesen!), den Zwang, angefangene Themen oder
Erzählstränge auch in irgendeiner Art und Weise abzuschließen;
o
den Kondensierungszwang, den Zwang, die Erzählung soweit
zu "verdichten", dass sie angesichts begrenzter Zeit für die/den
Zuhörer/in nachvollziehbar bleibt. Diesem Zwang steht entgegen der
o
Detaillierungszwang, der Zwang, Hintergrund- oder Zusatzinformationen
einzubringen, die für das Verständnis der Erzählung erforderlich sind.
Zusammengenommen sollen
diese Zwänge dafür sorgen, dass einerseits die wichtigsten Ereignisse berichtet
werden, andererseits das Interview für die Beteiligten - Befragte wie Befragende
- handhabbar bleibt.
Die Haupterzählung wird meist abgeschlossen durch eine Erzählkoda,
also eine Äußerung, die das Ende der Erzählung signalisiert, wie z. B.
"Ja, das wär's eigentlich".
3. Hierauf folgt i. a.
eine Nachfragephase durch den/die Interviewer/in. Mit Schütze lassen
sich zwei Formen von Nachfragen unterscheiden: Immanente Nachfragen,
also solche, die sich direkt auf das vorher Erzählte beziehen (z. B.
auf Unklarheiten, auf Dinge, die nur angedeutet, aber nicht ausgeführt wurden,
etc.), und exmanente Nachfragen, die sich auf Sachverhalte oder Probleme
beziehen, die vom Befragten überhaupt nicht angesprochen wurden, die aber
dem/der Interviewer/in aus bestimmten Gründen (z. B. wegen Fragestellungen,
die im Forschungsprojekt geklärt werden sollen) wichtig erscheinen. Auch in
dieser Nachfragephase soll die/der Befragte möglichst zu Erzählungen animiert
werden.
4. Am Ende steht die Bilanzierungsphase,
in der das bisher Erzählte abschließend zusammengefasst und bewertet wird.
An dieser Stelle können nun auch Bewertungen des Geschehens und Erklärungen
desselben seitens der/des Befragten erfolgen.
Literatur:
von Rolf Todesco im Buch Hyperfiction (1999) im
Text Hyperkommunikation
auf Seite 118
von Rolf Schulmeister im Buch
Grundlagen hypermedialer
Lernsysteme (1996) im Text Theorien des Lernens auf
Seite 65
Methode aus der
Gestaltpädagogik,
bei der unter Anleitung eines Kursleiters nach einer Entspannungsphase in
Gedanken z.B. eine Reise zu einem anderen Ort oder in eine andere Zeit gemacht
wird. Diese werden mit allen Sinnen wahrgenommen und betrachtet. Nach einer
gewissen Zeit kehren die Reisenden in Gedanken wieder in ihre Ausgangssituation
zurück. Phantasiereisen setzen unbewusstes Wissen und kreative Einfälle frei
und geben dem Lerngegenstand individuelle Prägung und Wichtigkeit. Sie sind
bei vielen unterschiedlichen Kursinhalten einsetzbar. Jedoch gilt es zu bedenken,
dass Phantasiereisen tiefliegende Empfindungen und Probleme aktivieren können.
Bei stark biographisch geprägten Themen sind sie gut dosiert und behutsam
einzusetzen.
die Stammesgeschichte von Lebewesen betreffend; auf
die biologisch-ökologische Entwicklungsgeschichte der Menschheit, menschlicher
Rassen und Völkerstämme bezogen
Der Begriff ist unscharf, mehrdeutig und umstritten.
Zeitlich bezieht er sich auf die aktuell herrschende Epoche der auslaufenden
Neuzeit, der sog. Moderne, deren Ideale und Postulate ihre Wurzeln im 18./19.
Jh. in der
Aufklärung
haben. Sein Charakteristikum ist eine zunehmend sich beschleunigende Auffächerung
und Vielgestaltigkeit vieler Bereiche des kulturellen und gesellschaftlichen
Lebens. Dazu kommt eine sich ins Extrem entwickelnde Vorstellung von
Autonomie,
im Sinne reiner Selbstverwirklichung unter Hintanstellung sozialer und politischer
Verantwortung und des Solidaritätsgedankens. Der aus der klassischen Moderne
stammende Slogan »alles ist machbar« hat sich zum »alles ist möglich und alles
ist erlaubt« (anything goes) gewandelt.
Die auch im Zusammenhang mit den großen Migrationsbewegungen
in Europa stehende Auflösung herkömmlicher
Normen
und
Wertsysteme
wird von vielen als Orientierungsverlust und Identitätsbedrohung beklagt.
Sie bietet aber durch die Möglichkeit pluralistischer Wirklichkeitsgestaltung
dem Einzelnen einen großen persönlichen Freiraum und durch die Dynamisierung
der Leistungsgesellschaft bestimmten sozialen Gruppen einen hohen Lebensstandard.
Inwieweit sich aus dem jetzt vorhandenen Fundus bunter,
beliebiger Vielfältigkeit in Kultur und Gesellschaft neue Wertordnungen und
stabile soziale Gebilde auf friedliche Weise werden entwickeln können, muss
die Zukunft zeigen.
Literatur
Greverus, J.-M.: Neues Zeitalter oder verkehrte Welt. 1990.
Hillmann, K.-H.: Wörterbuch der Soziologie. Stuttgart 1994.
Welsch, W.: Unsere postmoderne Moderne. 5. Aufl. Berlin 1997.
http://www.lrz-muenchen.de/~wlm/ein_voll.htm
Qualitative Forschung
versteht sich als Alternative und/oder Ergänzung der etablierten "quantitativen",
standardisierten und zumeist auf Verfahren der Statistik zurückgreifenden
Sozialforschung, wie sie in den gängigen Lehrbüchern dargestellt wird. Wesentliche
Kennzeichen qualitativer Forschung sind m.E.:
Offenheit:
Dieses Prinzip besagt, dass im allgemeinen der "Zugang" zum Thema,
zum Feld, zu den Untersuchungspersonen und auch zu den Daten möglichst wenig
Vorentscheidungen enthalten sollte. Im Gegensatz zur standardisierten Forschung
werden nicht bestimmte zu prüfende Hypothesen vorab festgelegt, der Feldzugang
und die Auswahl der Untersuchungspersonen werden flexibel gehandhabt und können
im Verlauf des Forschungsprozesses neuen Erfordernissen und Fragestellungen
angepaßt werden, bei der Datenerhebung soll darauf geachtet werden, dass die
Erzeugung der Daten möglichst wenig durch die Forscher beeinlußt wird, und
auch bei der Datenauswertung sollen möglichst lange möglichst viele Hypothesen
offengehalten und geprüft werden.
Orientierung an
Verstehen: Qualitative Forschung ist meistens, wenn auch
(so m.E. Kleining
1994 zu Recht) nicht immer, an der sozialen Welt als einer sinnhaft
konstituierten Welt orientiert. Dieser Sinn - der nicht unbedingt den
Subjekten bewußter Sinn sein muß - ist durch Verfahren der Hermeneutik zu erschließen.
Die inzwischen relativ
zahlreichen Verfahren und Sub-Paradigmen der qualitativen Sozialforschung
lassen sich im übrigen nicht leicht auf einen Nenner bringen: Der Ansatz der
Grounded Theory ist z.B.
ursprünglich vor allem auf der Ebene der Forschungslogik konzipiert worden,
das narrative Interview
vor allem als Verfahren der Datenerhebung, die Objektive Hermeneutik wiederum
versteht sich vor allem als Verfahren der Datenauswertung. Es lassen sich
auch eindeutig länderspezifische Schwerpunkte ausmachen; während die qualitative
Forschung in den USA sich nach wie vor stark an die Devise "Go to the
People" hält und Verfahren der teilnehmenden Beobachtung und der Ethnographie favorisiert
(die "naturalistische" Forschung mit ihrer starken Betonung des
"Being There" ist immer noch der typische, wenngleich gewiss nicht
der einzige Vertreter, vgl. Gubrium/Holstein 1997),
ist sie in Deutschland - von einigen Ausnahmen abgesehen - im wesentlichen
"Armchair-Soziologie" geblieben, die sich mehr Gedanken um die Interpretation
von Daten als um ihre Erhebung macht.
Literatur:
Begriff aus der
Systemtheorie
(auch funktionalstrukturelle
Theorie);
damit ist gemeint, daß ein soziales
System
allein durch seine
Grenze
definiert, was in ihm selbst geschehen kann und soll. Es reagiert aber auch
auf das, was es in sich selbst bewirkt.
das Forschen von Wirksamkeit und Anwendbarkeit von Zeichen.
Code,
Semantik
Strukturelle Koppelung heisst die
Interaktion
zwischen System
und Milieu,
die System und/oder Milieu
so verändert, dass das System und dessen Interaktionsmöglichkeit
mit dem Milieu erhalten bleibt (Evolution).
Die strukturelle Koppelung wird auch als Co-Evolution beschrieben,
wenn verschiedene Systeme gekoppelt sind. Nur ein Beobachter kann
zwei oder mehrere Systeme unterscheiden. Für
ein System sind andere Systeme
Teile des Milieus, das heisst für ein System ist ohne Relevanz (nicht unterscheidbar), was
die äussere Quelle einer Perturbation ist.
von Volker Riegas im Buch Zur Biologie der Kognition
(1990) auf Seite 336
Ein System
nennt man die Beziehungen zwischen Elementen, die selbst wieder Systeme
sein können. Ein System ist der Hintergrund, auf dem die Elemente als Beziehungsfiguren
interagieren. Ein System ist mehr als die Summe seiner Teile. Ein System kann
eine einzelne Person sein, aber auch eine Gruppe von Personen, wie etwa eine
Familie, eine Firma oder eine Fußballmannschaft. Alles was lebt, ist in dem
Sinn, der sich in diesem Essay ergeben wird, ein System. Also auch ein Hund!
Oder ein Mensch und ein Hund: So hat Egon Friedell auf eine so spezifische
Art und Weise seinem Hund Schnack Theater-Kritiken über sich selbst vorgelesen,
daß Schnack ihm nach ständig wachsendem Mißfallen und Knurren schließlich
die Zeitung aus den Händen riß und zerfetzte. Dies ist eine Geschichte über
ein System.
(TZI) Ruth Cohn entwickelte - aufbauend auf
Psychoanalyse
und Gruppentherapien - ein Verfahren für »lebendiges Lernen«, das Stofflernen
und Persönlichkeitsentwicklung miteinander verbindet. Die TZI orientiert sich
am
Menschenbild
der humanistischen Psychologie und sieht den Menschen als psychosomatische
Einheit in wechselseitiger Verbundenheit mit der sozialen Umwelt an. Als besonders
wichtig sind deshalb in dieser Gruppenlernmethode die dynamische Balance zwischen
dem einzelnen Teilnehmer (Ich), der Gruppe (Wir), dem Thema (Es) und die Beachtung
des Umfeldes (Globe) anzusehen. Postulate und Hilfsregeln unterstützen die
Interaktionen. Das erste Postulat »Sei dein eigener Chairman (Vorsitzender,
Herr)« weist auf die Verantwortung des Einzelnen für sich selbst und andere
hin, das zweite »Störungen haben Vorrang« auf die Beachtung von den Lernprozess
störenden Gefühlen, wie Angst, Vorurteile usw.; Hilfsregeln sind z.B. »Sprich
per ich und nicht per man«, »Wenn du eine Frage stellst, sage, warum du fragst«,
»Nur einer spricht zur gleichen Zeit«, »Beachte Körpersignale« usw.
Für die Erwachsenenbildung ist die themenzentrierte
Interaktion für Lernen in Gruppen ein sehr hilfreiches didaktisches Konzept:
Lernen wird durch die persönliche Bezogenheit zum Thema bedeutungsvoller,
autonomes und gleichzeitig kooperatives Verhalten wird unterstützt. Die Aufgabe
des Gruppenleiters besteht dabei vor allem in der Beachtung einer ausgewogenen,
fließenden Verteilung zwischen den beteiligten Personen und dem Thema.
Literatur
Cohn, R.: Von der Psychoanalyse zur themenzentrierten Interaktion: von der
Behandlung einzelner zu einer Pädagogik für alle. Stuttgart 1975.
von Ernst von Glasersfeld im
Buch Einführung in den
Konstruktivismus (1985) im Text Konstruktion der Wirklichkeit
und des Begriffs der Objektivität
von Ernst von Glasersfeld im
Buch Radikaler Konstruktivismus
(1995) im Text Wie ich zum Konstruktivisten
heranwuchs auf Seite 43
Paul Watzlawick
http://www.peraugym.at/watzlawick.htm
- Stand vom 16.4.2001 
Kurzbiographie: © Mitteilungsblatt Villach
1921 geboren in Villach,
1939 Matura am Bundesrealgymnasium Villach,
Studium der Philologie und Philosophie
in Venedig,
Ausbildung zum Psychotherapeuten am
C.-G.-Jung-Institut in Zürich,
1957 Ruf an die Universität von El Salvador,
1960 Forschung am Mental Research Institute in Palo
Alto,
1976 Professor für Psychotherapie an der Stanford
University.
Deutschsprachige
Veröffentlichungen:
1969 Menschliche Kommunikation. Formen, Störungen,
Paradoxien (mit Janet Beavin und Don
Jackson). » Englischer Titel
1974 Lösungen. Zur Theorie und Praxis menschlichen
Wandels (mit John Weakland und Richard
Fisch)
1976 Wie wirklich ist die Wirklichkeit? Wahn - Täuschung
- Verstehen
1977 Die Möglichkeit des Andersseins
1978 Gebrauchsanweisung für Amerika. Ein respektloses
Reisebrevier
1981 Die erfundene Wirklichkeit. Wie wissen wir,
was wir zu wissen glauben? (Hrsg.)
1983 Anleitung zum Unglücklichsein
1986 Vom Schlechten des Guten
1988 Die Unsicherheit unserer Wirklichkeit. Ein
Gespräch über den Konstruktivismus
1991 Das Auge des Beobachters (mit P. Krieg)
1992 Vom Unsinn des Sinns oder vom Sinn des Unsinns
1992 Zur Theorie und Praxis menschlichen Wandels
1992 Paul Münchhausens Zopf oder Psychotherapie
und "Wirklichkeit"
von Heinz von Foerster im Buch
Wahrheit ist die Erfindung
eines Lügners (1998) im Text Kybernetik auf Seite 106
von Heinz von Foerster im Buch
KybernEthik (1993)
im Text Lethologie
auf Seite 146